Schloss Lodron

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Achteckiger neungeschoßiger Treppenturm

Es wurde um 1610 im italienischen Stil des 17. Jhdts. vom Baumeister Daniel Deutta für Graf Hans Rudolf von Raitenau erbaut und erst 1651 – 1654 durch den Baumeister Anton Riebeler für Graf Christof Lodron fertiggestellt.

Damit wurde das Schloss am Platze zum Sitz der Primogenitur Gmünd. Im Zuge des großen Stadtbrandes von 1792 brannte das Schloss unter Hieronymus Graf Lodron bis zum 1. Stockwerk nieder und konnte nur mit großem finanziellen Aufwand 1793 vom Baumeister Johann Glanner aus Werfen in Salzburg wiederaufgebaut werden.
Das Schloss ist eine dreiflügelige, viergeschossige Anlage um einen rechteckigen Hof und zum Park hin offen. Der Nordflügel ist zur Straße hin mit dem ‘Oberen Stadttor verbunden. In den Ecken des Hofes stehen zwei achteckige, neungeschoßige Treppentürme mit breiten steinernen Wendeltreppen, die sogar für Pferde gangbar waren.
Im gesprengten Dreiecksgiebel des Hauptportales – an der Westseite – befindet sich eines der vier Lodronwappen des Schlosses. Die Wände sind durch Kordongesimse gegliedert und die Fenster haben Ohrenumrahmungen mit geraden Verdachungen. Über dem Südtor fallen im 1. Stockwerk stadtseitig und hofseitig fünf hohe Rundbogenfenster auf.
1932 ging das Schloss Lodron in den Besitz von Karl Irsa über. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es von der Reichsforstverwaltung übernommen, und auch das Hauptbüro der Reichsautobahn war hier untergebracht. Ab 1945 diente das Schloss längere Zeit als Quartier für englische Besatzungssoldaten.
1950 erwarb die Stadtgemeinde Gmünd den einstigen Grafensitz, um die Hauptschule darin unterzubringen. Bis ins Jahr 2000 waren immer wieder Um- und Ausbauten notwendig, um einen gut funktionierenden Schulbetrieb zu gewährleisten.

Der große gräfliche Salon, der Ahnensaal über dem Südportal, diente vorerst als Festsaal für die Stadtbewohner und später als Betsaal für die evangelischen Bürger.

…und heute…

Heute befindet sich im “Neuen Schloss am Platze” die Hauptschule Gmünd im ersten bis dritten Stockwerk und im Parterre der Stadtsaal und eine moderne Bibliothek.