Mautkapelle

Das Erbauungsjahr der Kapelle ist nicht bekannt, der Standort beim Mauthaus an der alten Reichsstraße, die hier durch die Untere Vorstadt und über die Malta- oder Stadtbrücke zum Hauptplatz führte, spricht für ein höheres Alter, als es die jetzige Kapelle vermuten lässt. Die erste Nachricht findet sich auf einer Zeichnung aus 1790 (Original im Gmünder Rathaus) – die Kompassnadel zeigt genau auf die Kapelle. Eine weitere Nachricht findet sich im Visitationsprotokoll von 1882: „Dreifaltigkeitskapelle an der Strasse“. Im Inneren war eine plastische Engelgruppe, die allerdings gestohlen wurde und – nach ihrem Rückkauf – im Eva Faschauner Museum aufbewahrt wird.

Erhalten hat sich auch die Bezeichnung „Siechenkapelle“. Erzpriester Julius Juliani (1617 – 1635) baute 1618 ein der Kirche gehörendes Siechenhaus in der Vorstadt. Wo es war und wie lange es bestand, ist noch nicht festgestellt worden, doch scheint ein Zusammenhang mit der Kapelle zu bestehen, denn am Hattenberg gibt es noch die Bezeichnungen „Siechenwald“ oder „Siechenleiten“.

Leider sind mir keine weiteren Daten bekannt.

Es ist mit noch nicht gelungen, festzustellen, warum die auf der Tafel angeführte Renovierung 20 Jahre gedauert hat. Da der Text von Heinz Tragatschnig stammt, wird es aber wohl so sein.

Die aktuelle Renovierung hat auch 2 Jahre gedauert und war wegen der Trockenlegung sehr teuer. Die Straße war ursprünglich sicher tiefer, sodass man eben in die Kapelle gehen konnte. Mittlerweile haben es die Straßenbaumaßnahmen erfordert, die Kapelle hinten fast 1 ½ m hoch zu verschütten, vorne ist der Unterschied etwa ½ m. Um bei der Trockenlegung auf das ursprüngliche Niveau zu kommen, musste hinter der Steinmauer fast 3 m tief gegraben werden, sehr viel händisch, weil in unterschiedlichen Tiefen Stromkabel und andere Leitungen auftauchten.

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr gut, bei der Gemeinde – Bürgermeister, Amtsleiter, Bauleiter – aber auch mit den übrigen Helfern, vor allem Gustav Koch und Kurt Stallegger. [Ohne die Arbeit der „Paraber“ könnten die hohen Herrn der Politik ja nichts einweihen oder eröffnen!]