Kulturinitiative Gmünd

Künstlerstadt Gmünd

MEHR ALS ZWANZIG JAHRE NACHHALTIGE KULTURARBEIT
DER KULTURINITIATIVE GMÜND IN KÄRNTEN

Seit 1991 ist die Kulturinitiative Gmünd Initiator und treibende Kraft hinter dieser erfolgreichen Entwicklung. Wie kaum einer anderen Kulturinstitution Österreichs ist es ihr gelungen, nicht nur Jahr für Jahr für das umfassendste Kulturangebot in Oberkärnten zu sorgen, sondern durch konsequente Kulturarbeit und Förderung zeitgenössischen Kulturschaffens eine ganze Stadt und damit eine Region fernab urbaner Zentren nachhaltig positiv zu entwickeln. Es ist der wesentliche Beitrag der Kulturinitiative, dass die Stadt heute als Künstlerstadt weit über die Landesgrenzen hinaus einen so positiven Ruf genießt und eine ständig steigende Wertschöpfung aus dem Kulturtourismus erfährt. Die Kulturinitiative Gmünd ist damit österreichweit ein Musterbeispiel dafür, wie Kulturarbeit zu einer nachhaltigen Stadtrevitalisierung beitragen und diese auch in wirtschaftlich schwachen Regionen fördern kann.
2015 bringt die Kulturinitiative Gmünd wieder viel Neues an Kunst inmitten der Berge und präsentiert eine bunte Palette an international und national bekannten KünstlerInnen in den zahlreichen Ausstellungsorten der historischen Altstadt: Von April bis Dezember beschäftigen sich Medienkünstler, Maler, Skulpteure, Fotografen, land art Künstler und Designer in unterschiedlichster Form und Ausprägung mit der Stadt, ihren Menschen, der umliegenden Region. Denn kaum wo in der österreichischen Region, fernab urbaner Zentren, hat sich zeitgenössisches Kunstschaffen einen so weiten und auch anerkannten Raum geschaffen, wie in der kleinen Künstlerstadt Gmünd. Im Ausstellungsprogramm gibt es 2015 eine Sensation: In Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück, der Stiftung Niedersachsen und dem Dürer-Haus Nürnberg präsentiert die Stadtturmgalerie Gmünd unter dem Titel DÜRER IN GMÜND das grafische Meisterwerk Albrecht Dürers in zwei Teilen. Sehen Sie selbst und lassen Sie sich von Kunstort zu Kunstort und zu neuen Einsichten leiten, um dem besonderen Reiz von Kunst inmitten der Berge nachzuspüren.

ENTWICKLUNG

Im Jahr 1990 wurde die Kulturinitiative Gmünd in Kärnten in Zusammenhang mit einem Orts- und Regionalentwicklungskonzept mit der Zielsetzung gegründet, der kleinen, in ihrer mittelalterlichen Struktur hervorragend erhaltenen Stadt am Zusammenfluss von Lieser und Malta, mit Hilfe von Bildungs- Kultur- und Kunstprogrammen neue Impulse zu verleihen, „neues“ Leben durch die Erhaltung und Sanierung wertvoller Bausubstanz in die Stadt zu bringen und so der Entvölkerung des städtischen Kerns erfolgreich entgegenzuwirken. Von Beginn an war die Arbeit der Kulturinitiative nicht alleine auf die Organisation von Kulturveranstaltungen gerichtet. Die Belebung des Ortes als Konzept stand und steht nach wie vor im Vordergrund, also die Bemühung, leer stehende Häuser mit Kunst- und Kulturprogrammen zu füllen.

Voraussetzung und Grundlage für die über zwanzigjährige Entwicklung der kleinen mittelalterlichen Stadt Gmünd zur Künstlerstadt waren und sind:

  • eine vielfältige Nutzung der kleinen historischen Altstadt mit ihrem besonderen Flair und Ambiente. Herauszustreichen ist die bisher erfolgreiche Adaptierung historischer Gebäude in der Altstadt zu Orten der Kunst wie zum Beispiel:

der Stadtturm für internationale Ausstellungen

das Internationale Gastatelier im Maltator, welches pro Jahr vier Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit einräumt, bis zu drei Monate als Gastkünstler in Gmünd zu leben und zu arbeiten

die Galerie Gmünd, in der junge Kunst mit vielfältigsten Positionen präsentiert wird

die Malwerkstätte Gmünd, die besondere Kunsterlebnisse für Kinder und Jugendliche bietet

das Kunst- & Handwerkshaus mit seinen Ateliers und offenen Werkstätten

die Alte Burg der Stadt Gmünd, als Ort für zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen sowie Kurse und Seminare

das neue Kulturkino im ehemaligen Pfarrtheater des Pfarrhofes Gmünd

  • vor Ort ansässige bildende Künstler
  • ein vielfältiges Programm an Ausstellungen, Aktivangeboten, Veranstaltungen, unter besonderer Berücksichtigung der bildenden Kunst
  • ein stetig wachsendes Kontakt- und Kooperationsnetz zu österreichischen und internationalen Kulturschaffenden, welches die alljährliche Umsetzung eines besonderen Ausstellungsangebotes ermöglicht.
  • Eine professionelle Planungs- und Umsetzungsbasis mit dem Kulturbüro der Kulturinitiative Gmünd mit langjähriger Erfahrung sowie einer Vielzahl an engagierten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Kunst- und Kulturarbeit sollten zunächst vor allem für die einheimische Bevölkerung bestimmt sein. Die relativ hohe Zahl an aktiven Mitgliedern und das Mittragen der „Künstlerstadtidee“ durch die Stadtgemeinde ermöglichten es der Kulturinitiative jedoch bald, mit ihrem Kulturprogramm die Gemeindegrenzen zu sprengen und Publikum aus ganz Oberkärnten in die „KULTUR- UND KÜNSTLERSTADT GMÜND“ zu locken. Kontinuierlich hat sich in den letzten Jahren das Kulturangebot qualitativ verbessert und erweitert, im selben Maß haben sich auch die Besucherzahlen erhöht. Mittlerweile sind wir der größte Kulturanbieter in Oberkärnten. Die regelmäßigen Programmaussendungen erreichen 1.800 Haushalte in Kärnten, unser Kulturkalender (erscheint wieder Anfang März) geht zusätzlich per Postwurf an alle Haushalte der Region Lieser-/Maltatal. Unsere Arbeit schafft keine Eventkultur und ist nicht auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet.

Grundlage des Projektes war und ist von Beginn an die Vorstellung, dass Bildung, Kultur und Kunst wesentliche Qualitätsfaktoren des menschlichen Lebens darstellen. Diese Gesellschaftsbereiche tragen nicht nur zur Steigerung des individuellen körperlich-seelischen Wohlbefindens, sondern gleichermaßen zur Förderung regionaler Identität entscheidend bei. Die in der Stadt spürbare Freude, in einem so lebendigen Ort leben zu dürfen, ist uns Bestätigung dafür, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

INFRASTRUKTUR

Eine kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur der von der Kultur genutzten Einrichtungen in der Künstlerstadt war und ist uns ein großes Anliegen. Im Rahmen der Erlebnisreise WasserKraft haben Land und Gemeinde Mittel zu einigen wichtigen Infrastrukturverbesserungen zur Verfügung gestellt, die der gesamten Künstlerstadt zu Gute gekommen sind: Die Lodronsche Reitschule als vielfach genutztes Veranstaltungszentrum steht allen Kulturveranstaltern der Stadt zur Verfügung und soll auch den Seminartourismus in Gang bringen. Weiterhin sind wir bestrebt, leer stehende Gebäude in der Altstadt für Kunst und Kultur zu nutzen und damit eine nachhaltige Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement fortzusetzen. Entwickelt wurde von uns ein Konzept eines ständigen Künstlerateliers unserer Freundschaftsstadt Osnabrück in der Künstlerstadt Gmünd, das es der Friedensstadt Osnabrück ermöglichen soll, Künstlern aus ihren 12 Partnerstädten weltweit ein ständiges Gastatelier in der Künstlerstadt Gmünd anzubieten, vor Ort betrieben und betreut von der Kulturinitiative Gmünd. Ein zweites Projekt in diesem Zusammenhang bezieht sich auf ein gemeinsam mit der Abt. 3 der Kärntner Landesregierung erarbeitetes Modell, historisch wertvolles, baukulturelles Erbe in unserer Region zu erhalten und wiederzubeleben. Mit dem Projekt „Cultural Heritage“, für das in Kärnten nur zwei Orte, nämlich Oberdrauburg und Gmünd ausgewählt worden sind, könnte die Künstlerstadt Gmünd eine weitere Belebung der Altstadt erfahren. Über ein INTERREG-Projekt sollen Hauseigentümer einen finanziellen Anreiz und Unterstützung erhalten, leerstehende Gebäude oder einzelne Stockwerke zu sanieren und kulturellen und kulturtouristischen Zwecken zuzuführen. Die Kulturinitiative Gmünd hat in diesem Zusammenhang mit der Fachhochschule Kärnten das Projekt „Ein Pixelhotel für Gmünd“ durchgeführt, bei dem es um neue, architektonisch wertvolle Vorschläge zur Revitalisierung eines leerstehenden Gebäudes am Hauptplatz gegangen ist. Das Buch mit 20 spannenden Vorschlägen von Studierenden der FH Kärnten, Fachabteilung Architektur, ist nun im Vorjahr erschienen.

Besonders erfreulich ist es, dass aufgrund der kulturellen Entwicklung der Stadt nun auch immer mehr Gmündner bereit sind, ihr Haus in der Altstadt zu sanieren und teilweise der Kunst und Kultur zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise sind in den vergangenen drei Jahren die Fotogalerie und die Altstadtgalerie Gmünd hinzugekommen, die eine weitere Belebung der Stadt mit sich bringen.

WIE ARBEITET DIE KULTURINITIATIVE GMÜND?

Die Kulturinitiative Gmünd ist als gemeinnütziger Kulturverein mit aktivem Vorstand und Obfrau an der Spitze organisiert. Der Verein hat zurzeit rund 250 fördernde Mitglieder. Ca. zehn aktive, ehrenamtliche Mitglieder kümmern sich seit Jahren mit großem persönlichen Einsatz um den reibungslosen Ablauf der zahlreichen Kulturveranstaltungen. Hauptverantwortlich für die Arbeit der Kulturinitiative ist seit 1996 eine vom Verein beschäftigte Geschäftsführerin, die mit der konzeptiven Arbeit, der Finanzierung, Organisation und Abwicklung kultureller Aktivitäten sowie der dafür notwendigen Marketingmaßnahmen hauptberuflich betraut ist. Ihr sind zwei administrative Teilzeitkräfte zur Seite gestellt. Arbeitsplatz ist ein von der Stadtgemeinde im Gemeindeamt zur Verfügung gestelltes „Kulturbüro“, das als Anlaufstelle für alle kulturellen Aktivitäten der Stadt fungiert. Diese Einrichtung hat sich bewährt und zu einer engen Zusammenarbeit aller an der kulturellen Entwicklung von Gmünd Interessierten und dafür Verantwortlichen geführt. Professionelle Kulturarbeit und engagierte Kulturvermarktung des Vereins haben die Stadt Gmünd über Österreichs Grenzen hinaus als lebendige Künstlerstadt mit einem ungemein vielfältigen Kulturangebot bekannt gemacht.

ANERKENNUNG

Die stetige Arbeit der Kulturinitiative Gmünd hat mittlerweile vielfach Anerkennung erfahren:

1998          Anerkennungspreis der Kunstsektion im Bundeskanzleramt an die Kulturinitiative Gmünd für „engagierte und innovative Kulturvermittlungsarbeit“.

1999         Mit dem Projekt „Kultur-& Künstlerstadt Gmünd“ gewinnt Gmünd 1999 unter 40 Mitbewerbern den ersten Preis im landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb um die  Lebenswerteste Gemeinde Kärntens und hat damit die Ernsthaftigkeit ihrer Kulturarbeit unter Beweis gestellt.

2000         Die Stadt Gmünd erhält den Europäischen Dorferneuerungspreis 2000 für ein überzeugendes, die verschiedensten Lebens- und Wirtschaftsbereiche prägendes Kunst- und Kulturkonzept von hoher Qualität zuerkannt.

2001         Der in Gmünd lebende Bildhauer Fritz Russ wird mit dem Landesförderungspreis für bildende Kunst des Landes Kärnten ausgezeichnet.

2004         In einer repräsentativen Umfrage unter allen BürgerInnen Gmünds im Rahm der Lokalen Agenda 21 wird der Bereich Kunst zu den absoluten Stärken der Gemeinde gezählt.

2006         Zuerkennung einer Sonderprämie der Kunstsektion für ein weit über das regionale Umfeld          hinausreichendes, qualitätsvolles Kulturprogramm hohen Anspruchs und vorbildliche Vermittlung.

2008         Die Künstlerstadt Gmünd als Best Practice Beispiel für Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement anlässlich der Europäischen Raumordnungstagung an der South Bank University of London.

2009         Gmünd als Musterbeispiel für „Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement“ bei der Internationalen Kulturmanagementtagung in der Europäischen Kulturhauptstadt Linz vorgestellt.

2010         Die Arbeit der Kulturinitiative Gmünd wird mit dem Kärnten Tourismus Award 2010 – dem größten Tourismuspreis des Landes – für konsequente Kulturarbeit und Imagepflege ausgezeichnet.

Der erste DUMONT Führer Kärnten widmet der Künstlerstadt Gmünd ausführliche sechs Seiten. Ihr ist eine der zehn Entdeckungsreisen des Führers gewidmet.

2011         Der Künstlerstadt Gmünd wird mit dem Europäischen Tourismuspreis EDEN AWARD 2011 für professionelle Kulturarbeit und intelligente Marketingmaßnahmen ihresTrägervereines Kulturinitiative Gmünd ausgezeichnet. Gmünd ist damit eine von bisher 98 European Destinations of Excellence.

2012      Österreichweite Ausstrahlung des neuen ORF Films „Gmünd – Künstlerstadt in Kärntens Bergen“ mit vielen begeisterten Rückmeldungen.
Erfolgreiche Durchführung des Jahreskongresses der EUROPEAN WALLED TOWNS durch die KI Gmünd mit TeilnehmerInnen aus 16 europäischen Staaten: “Revitalizing European Walled Towns – sustainable urban development in smaller cities”.

 

  EDEN AWARD 2011 – Touristische Neuinszenierung klassischer Strukturen

Europäischer Nachhaltigkeitspreis EDEN AWARD 2011
& die Künstlerstadt im internationalen EDEN-Netzwerk

 

EDEN, European Destinations of ExcelleNce, ist eine Initiative der Europäischen Union, die 2007 gestartet wurde und in deren Rahmen jedes Jahr zu einem wechselnden Thema pro Staat eine beispielhafte, nachhaltig sich entwickelnde Destination gekürt wird. Jeder teilnehmende Staat organisiert ein Auswahlverfahren zur Ermittlung seines nationalen Siegers. In Österreich wird dieses mehrstufige Verfahren von der Österreich Werbung mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und eines Expertenteams übernommen.

Jahresthema 2011 war die touristische Neuinszenierung historischer Strukturen. Unter 40 österreichischen Mitbewerbern hat nun das von der Kulturinitiative Gmünd unter der Leitung von Frau Dr. Erika Schuster eingereichte Projekt „Künstlerstadt Gmünd“ den EDEN AWARD 2011 gewonnen und damit erstmals diesen Tourismus-Oscar nach Kärnten geholt!.

Professionelle Kulturarbeit und intelligente Marketinginitiativen waren laut Expertenjury für den Sieg des diesjährigen EDEN AWARDs ausschlaggebend. „Besonders hervorzuheben ist das persönliche Engagement des Trägervereins Kulturinitiative Gmünd, dessen professionelle Kulturarbeit und intelligente Marketinginitiativen – trotz knapper finanzieller Ressourcen“, meinte die Juryvorsitzende Lilli Hollein anlässlich der Preisverleihung im Wirtschaftsministerium. Mit Hilfe der engagierten Kulturarbeit und konsequenten Qualitätsvermarktung der Stadt als Künstlerstadt ist es der Kulturinitiative Gmünd gemeinsam mit der Stadtgemeinde und dank eines mittlerweile großen Kooperationsnetzwerks im Kultur- und Marketingbereich in den letzten 20 Jahren gelungen, eine alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche der Stadt umfassende Belebung erfolgreich anzukurbeln. Vor allem im tagestouristischen Bereich konnten in den letzten Jahren große Steigerungsraten erzielt werden. Mit ca. 125.000 Tagesgästen, die die Künstlerstadt jährlich besuchen, wird eine Wertschöpfung von ca.  € 3.000.000,– erzielt, die vor allem den heimischen Wirtschaftsbetrieben in Gmünd zugute kommen und die Region stärken. Die Vernetzung auf europäischer Ebene, das Netzwerk der 98 EDEN Destinationen Europas, gibt der kleinen Stadt nun die Möglichkeit, sich europaweit zu profilieren und wertvolle Kontakte und Kooperationen aufzubauen. Das erfolgreiche Netzwerktreffen im Oktober 2012 in Brüssel, zu dem auch die jeweiligen Finalisten aller bisherigen fünf EDEN AWARDS eingeladen wurden, verspricht neue, wertvolle Kooperationsmöglichkeiten auf europäischer Ebene. 2013 wird es europaweit wieder einen EDEN AWARD, diesmal zum Thema „Tourismus und Integration“ geben.

Wir danken unseren Hauptsponsoren:

Kooperationspartner


Europäischer Landwirtschaftsfonds
Kärnten
Lebensministerium

 

Wir freuen uns, wenn auch Sie unsere Kulturarbeit mit einer Spende unterstützen wollen:
Kulturinitiative Gmünd
9853 Gmünd in Kärnten
AT57 4073050435180000