Stadtchronik


Aus der Geschichte von Gmünd

11.-12. Jhdt. – Gmünd wird von den Salzburger Erzbischöfen an der schon zur Römerzeit benützten Straße durch das Liesertal planmäßig gegründet (günstige strategische und handelspolitische Lage)
1252 – Erste urkundliche Nennung
1273 – Gmünd erscheint zum ersten Mal als erzbischöflicher Markt und Stadt („forum et civitas“)
1286 – Erbauung der Pankratiuskirche
1339 – Einweihung der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“
1346 – Verleihung des Friesacher Stadtrechtes durch Erzbischof Ortolf
1409 – Niederlagsrecht. Ertrag dient der Stadtbefestigung und dem Ausbau der Salzburger Burg
1478 – Die Türken können Gmünd dank seiner Befestigung nichts anhaben
1480 – Gmünd wird von ungarischen Truppen besetzt, sie bleiben sieben Jahre
1487 – Befreiung der Stadt durch ein Aufgebot der kärntnerischen Stände und durch kaiserliche Truppen mit 3 Kartaunern (schwere Geschütze des 15.-17. Jhdt). Große Schäden an der Burg und den Stadtmauern
1487 – Gmünd wird kaiserlicher Besitz (Friedrich III)
1502 – Kaiser Maximilian I. verkauft dem Salzburger Erzbischof Leonard v. Keutschach die Herrschaft Gmünd. Der Kaiser behält sich das Rückkaufsrecht vor. Der Erzbischof erneuert das Schloß, neue Stadtmauern von der Burg zur Kirche; Errichtung des äußeren Maltatores
1504 – Ein Brand zerstört die ganze Stadt
1525 – Gmünd wird von aufständischen Bauern und Bergknappen besetzt
1555 – Christoph Pflügl erwirbt die Herrschaft Gmünd
1594 – Siegmund Khevenhüller wird neuer Stadtherr von Gmünd

1600 – Zur Rekatholisierung kommt (unter Bischof Martin Brenner von Seckau, dem “Ketzerhammer“) eine landesfürstliche Glaubenskommission nach Gmünd
1601 – Graf Hans Rudolf von Raitenau löst die Herrschaft Gmünd von den evangelischen Khevenhüllern aus
1610 – Baubeginn beim Schloss am Hauptplatz und beim Amthof
1639 – Die Herrschaft Gmünd kommt für fast 300 Jahre in den Besitz der Familie Lodron. Erzbischof Paris Lodron stiftet das Gräflich Lodron´sche Fideikommiß (unveräußerlich, unteilbar)
1690 – Schweres Erdbeben verursacht beachtliche Schäden an Häusern, an der Burg und an mehreren Kirchen des Lieser- und Maltatales
1764 – Errichtung der ersten Postverbindung über den Katschberg und den Radstätter Tauern
1773 – Letzte Hinrichtung am Galgenbühel bei Gmünd (Eva Faschaunerin)
1782 – Nach Erlass des Toleranzpatentes entstehen rund um Gmünd drei evang. Pfarrgemeinden
1792 – Ein verheerender Brand zerstört erneut fast die ganze Stadt
1791-1801 – vorübergehende
1809-1813 – vollständige Besetzung durch die Franzosen
1834 – In Gmünd wird Kärntens erster Männergesangsverein gegründet
1886 – Die Burg brennt ab und wird zur Ruine
1902 – Auf dem Gelände eines 1883 aufgelassenen Blechwalzwerkes am Kreuzbühel baut Karl Graf von Lodron das erste E-Werk von Gmünd
1903 – Verheerendes Hochwasser im Lieser-und Maltatal
1911 – Bau der ersten Hochquellen-Wasserleitung
Hauptplatz um 1900 Hintere Gasse
1923 – Letzte Pferdepost nach Spittal und Rennweg. Beginn des Kraftwagenverkehrs
1932 – Das ca. 18.000 ha große Lodron´sche Fideikommiß wird aufgelöst
1939 – Gründung der Hauptschule Gmünd
1944-1950 – Konstruktionsbüro von Prof. Ferdinand Porsche in Karnerau bei Gmünd. Während dieser Zeit entsteht der 356er Porsche
1976 – Eröffnung des 9,6 km langen Autobahnteilstückes Lieserhofen-Gmünd
1977 – Beginn der Sanierungsarbeiten an der Burg
1980 – Mit der Fertigstellung des Teilstückes Rennweg-Gmünd ist die Tauernautobahn von Salzburg bis Spittal (146,5 km) durchgehend befahrbar
1982 – Eröffnung des Porsche-Automuseums H. Pfeifhofer
1987 – Die Burg wird für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht
ab 1992 – Gmünd auf dem Weg zu einer Kultur- und Künstlerstadt
1996 – 650 Jahre Stadtrecht Gmünd
1999/2000 – Lebenswerteste Gemeinde Kärntens
2000 – Europäischer Dorferneuerungspreis für ein Kulturkonzept von hoher Qualität
2001 – Neubau der evangelischen Dreieinigkeitskirche Gmünd
2002 – Fertigstellung der Neupflasterung der Altstadt
2004 – Eröffnung des Altenwohnheimes Gmünd
2006/2007 – Erlebnisreise WasserKraft (Landesausstellung)
2010 - Die Künstlerstadt wird für ihre konsequente Imagepflege mit dem “Kärnten Tourismus Award 2010″ ausgezeichnet
2011 - Österreichischer Gewinner des Europäischen Tourismuspreises EDEN AWARD (European Destinations of ExelleNce).

Neue Erkenntnisse zur Geschichte unserer Stadt

Ein für die Stadtgeschichte Gmünds wichtiges Projekt konnte vom Stadtverein Gmünd erfolgreich abgeschlossen werden: Die Erforschung der Stadtmauer und der Burg. Die Vorgeschichte des Auftrages zur Untersuchung ist schnell erzählt. Als Frau Mag. Christiane Wolfgang im Auftrag des Bundesdenkmalamtes die Volksbank bauhistorisch untersuchte, wurde ich gebeten, gemeinsam mit HD Herbert Wagner Unterlagen und alte Fotos dieses Gebäudes zur Verfügung zu stellen. In der Folge gab es viele Gespräche und bei Rundgängen durch Gmünd kamen immer wieder Zweifel über die richtige Datierung einzelner Abschnitte der Stadtmauer auf. Mag. Wolfgang regte eine Begehung mit MMag. Ronald Woldron an, einem anerkannten Fachmann auf dem Gebiet mittelalterlicher Stadtbefestigungen. Er war überrascht vom guten Erhaltungszustand unserer Mauer und meinte, bei einer Befundung würden sicher einige Überraschungen zu erwarten sein. Auf der Burg erlebten wir eine herbe Enttäuschung. Unsere Annahme, die Friedensverhandlungen 1252 werden wohl hier in der befestigten Burg stattgefunden haben, erwies sich als falsch, da es diese damals noch nicht gab – auf Grund der Mauertechnik konnte sie erst hundert Jahre später errichtet worden sein. Schon bei dieser ersten Begehung vermutete Herr Woldron, dass es eine ältere Stadtburg in Gmünd gab und dass diese eventuell im Amthof zu finden wäre. Eine Vermutung, die im Laufe der Bearbeitung der Stadtmauer und der Burg durch Christiane Wolfgang und Roland Woldron bestätigt werden konnte. Ein wesentliches Ergebnis der Untersuchungen durch die beiden Bauforscher war auch die eindeutige Festlegung der ursprünglichen Größe der Stadt vor der Erweiterung beim sog. Neuen Markt (heute Kirchplatz). So konnte die durch den Bau der Reitschule entstandene Lücke rekonstruiert werden, weil im Bereich des Hauses Hintere Gasse Nr. 29 der Eckturm der alten Stadt gefunden wurde.

Anton Fritz, Obmann Stadtverein


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